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Sozialstation unterwegs
Fit im Alter durch Sport und Bewegung

„Jeder Tag ist anders!“

Abwechslungsreich: Eine Ausbildung in der ambulanten Pflege

 


„Noch nie hatte ich so viel Spaß bei der Arbeit wie in der Pflege“,
sagt unsere Altenpflegeschülerin spontan, als uns der 87-jährige Ehemann einer Patientin mit einem charmanten Witz an der Haustür verabschiedet. Ja – es macht Freude, mit Menschen zu arbeiten. Und wo sich das herumgesprochen hat, ist es auch ein wichtiger Grund für junge Leute, eine Ausbildung in der Pflege zu beginnen. Tatsächlich ist es das A und O in unserer Arbeit in der häuslichen Pflege, mit den Menschen, die unsere Hilfe brauchen und in Anspruch nehmen, in Beziehung zu kommen. Wir pflegen „über“ dieses Miteinander, gewinnen das Vertrauen und können so mit ihnen gemeinsam daran arbeiten, wie sie sich trotz Alter, Krankheit und Behinderung zu Hause sicher und wohl fühlen.

 

Wir bilden aus!

Lehrstellen statt Leerstellen

Fast alle Kirchlichen Sozialstationen bieten Ausbildungsplätze in der Altenpflege und Gesundheits- und Krankenpflege an. Zudem sind wir Kooperationspartner der Universitätsklinik, der Krankenhäuser und der stationären Einrichtungen und begleiten mit unseren MentorInnen zahlreiche Auszubildende während ihres ambulanten Praktikums.

Die Landesregierung Baden-Württemberg forciert in den letzten Jahren deutlich eine Verbesserung der Ausbildungssituation für die Krankenund Altenpflege. Um Ausbildungsbetrieben einen finanziellen Zuschuss gewähren zu können, wird eine Altenpflegeausbildungsabgabe von derzeit 0,40 Euro pro pflegerischen Hausbesuch erhoben.

Diese Werte vermitteln wir seit dreißig Jahren auch Menschen, die während ihrer klinischen Ausbildung in der Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege für ein paar Wochen in der häuslichen Pflege eingesetzt sind und in unseren Sozialstationen mitarbeiten. Mindestvoraussetzung für die pflegerischen Berufe ist in Deutschland derzeit noch der mittlere Bildungsabschluss. Der theoretische Teil der Ausbildung wird an einer Alten- bzw. Krankenpflegeschule vermittelt, als Blockunterricht oder an einzelnen Schultagen pro Woche. Im praktischen Teil setzen die Lernenden ihr Wissen in die Tat um – in Kliniken, Pflegeheimen, speziellen Einsatzgebieten und in ambulanten Pflegediensten. Meine Aufgabe als Praxisanleiterin einer Kirchlichen Sozialstation ist es, die Auszubildenden anzuleiten, sie selbstständig, aber unter Aufsicht pflegen zu lassen und mit ihnen über ihre Pflegeleistungen zu sprechen. So bin ich zum Beispiel mit Iris P. unterwegs, einer Altenpflegeschülerin im 2. Ausbildungsjahr.

 

Wir besuchen u.a. einen älteren Mann, der vor Wochen einen Schlaganfall erlitten hat. Ich erneuere einen Wundverband am linken Bein und Iris setzt den Patienten unter meiner Anleitung in den Pflegestuhl. Bevor wir uns verabschieden, empfehle ich der Ehefrau, die in letzter Zeit über Rückenschmerzen klagt, zum Arzt zu gehen und außerdem die Verhinderungspflege zu beantragen. „Beratung ist ein ganz wesentlicher Teil unserer Arbeit. Wir achten auch immer mit auf die Angehörigen, denn ohne sie wäre häusliche Pflege oft gar nicht möglich.“

Bezugspflege

Nahe bei den Menschen

Häusliche Pflege und hauswirtschaftliche Hilfen zu leisten heißt für die Kirchlichen Sozialstationen, nahe bei den Menschen zu sein. Wir arbeiten an unseren Standorten von Herbolzheim bis Ehrenkirchen und Breisach bis Heuweiler mit kleinen regionalen Pflegeteams, die kranke und pflegebedürftige Menschen sehr persönlich pflegen und begleiten. Und zwar dort, wo sie leben: auf den Hochebenen in St. Ulrich ebenso wie in der Altstadt von Herbolzheim. Da es weder unsere Patienten noch unsere Pflegekräfte schätzen, sich ständig auf neue Gesichter einstellen zu müssen, sorgen wir für Pflegearrangements mit personeller Kontinuität. Fachleute nennen das Bezugspflege. Sie wird in unseren Einrichtungen groß geschrieben.

 

Die nächste Patientin leidet an Demenz. Als wir ihr die Medikamente bringen, fällt der Schülerin auf, dass die alte Dame sehr dünne Beine hat und auch etwas unsicher geht. Ein Blick auf die Waage zeigt: Sie hat einige Kilogramm abgenommen. Wir informieren telefonisch die Tochter und überlegen, was man tun könnte, damit die alte Dame ihr Essen nicht einfach vergisst. „Als Pflegefachkraft habe ich immer einen Blick auf die gesamte Pflegesituation und muss erkennen, wenn sich ein Gesundheitsrisiko entwickelt“, erläutere ich Iris. „Wir rufen auch gleich noch den Hausarzt an, damit auch er Bescheid weiß.“ Die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Pflege als „therapeutisches Tandem“ ist für die sichere ambulante Betreuung von Menschen mit Demenz besonders wichtig. „Ganz schön viel Verantwortung“, meint Iris dazu. „Stimmt – und genau dafür brauchst du eine gute Ausbildung“, entgegne ich ihr. „Dann kannst du dein Wissen nutzen, um angemessen zu pflegen und auch dazu, andere Hilfen zu organisieren, wie zum Beispiel ehrenamtliche Betreuung, Essen auf Rädern, Wohnberatung, Kinästhetik und vieles mehr.“ Mit einer guten Ausbildung lässt sich die verantwortungsvolle und herausfordernde Arbeit in der häuslichen Pflege bewältigen. Dafür brauchen wir engagierte Nachwuchskräfte. Pflege macht Sinn, bringt Spaß – und einen sicheren Arbeitsplatz!

Corinna Quartier, Praxisanleiterin Sozialstation Südlicher Breisgau e.V.


 



Kirchliche Sozialstation Stephanus e.V., Hindenburgstraße 38 a, 79331 Teningen
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