| Weitere Artikel der aktuellen Ausgabe: Sozialstation unterwegs Fit im Alter durch Sport und Bewegung „Jeder Tag ist anders!“Abwechslungsreich: Eine Ausbildung in der ambulanten Pflege
Wir bilden aus!Lehrstellen statt Leerstellen
Fast alle Kirchlichen Sozialstationen bieten Ausbildungsplätze
in der Altenpflege und Gesundheits-
und Krankenpflege an. Zudem sind wir
Kooperationspartner der Universitätsklinik, der
Krankenhäuser und der stationären Einrichtungen
und begleiten mit unseren MentorInnen
zahlreiche Auszubildende während ihres ambulanten
Praktikums. Diese Werte vermitteln wir seit dreißig Jahren auch Menschen, die während ihrer klinischen Ausbildung in der Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege für ein paar Wochen in der häuslichen Pflege eingesetzt sind und in unseren Sozialstationen mitarbeiten. Mindestvoraussetzung für die pflegerischen Berufe ist in Deutschland derzeit noch der mittlere Bildungsabschluss. Der theoretische Teil der Ausbildung wird an einer Alten- bzw. Krankenpflegeschule vermittelt, als Blockunterricht oder an einzelnen Schultagen pro Woche. Im praktischen Teil setzen die Lernenden ihr Wissen in die Tat um – in Kliniken, Pflegeheimen, speziellen Einsatzgebieten und in ambulanten Pflegediensten. Meine Aufgabe als Praxisanleiterin einer Kirchlichen Sozialstation ist es, die Auszubildenden anzuleiten, sie selbstständig, aber unter Aufsicht pflegen zu lassen und mit ihnen über ihre Pflegeleistungen zu sprechen. So bin ich zum Beispiel mit Iris P. unterwegs, einer Altenpflegeschülerin im 2. Ausbildungsjahr.
Wir besuchen u.a. einen älteren Mann, der vor Wochen einen Schlaganfall erlitten hat. Ich erneuere einen Wundverband am linken Bein und Iris setzt den Patienten unter meiner Anleitung in den Pflegestuhl. Bevor wir uns verabschieden, empfehle ich der Ehefrau, die in letzter Zeit über Rückenschmerzen klagt, zum Arzt zu gehen und außerdem die Verhinderungspflege zu beantragen. „Beratung ist ein ganz wesentlicher Teil unserer Arbeit. Wir achten auch immer mit auf die Angehörigen, denn ohne sie wäre häusliche Pflege oft gar nicht möglich.“ BezugspflegeNahe bei den MenschenHäusliche Pflege und hauswirtschaftliche Hilfen zu leisten heißt für die Kirchlichen Sozialstationen, nahe bei den Menschen zu sein. Wir arbeiten an unseren Standorten von Herbolzheim bis Ehrenkirchen und Breisach bis Heuweiler mit kleinen regionalen Pflegeteams, die kranke und pflegebedürftige Menschen sehr persönlich pflegen und begleiten. Und zwar dort, wo sie leben: auf den Hochebenen in St. Ulrich ebenso wie in der Altstadt von Herbolzheim. Da es weder unsere Patienten noch unsere Pflegekräfte schätzen, sich ständig auf neue Gesichter einstellen zu müssen, sorgen wir für Pflegearrangements mit personeller Kontinuität. Fachleute nennen das Bezugspflege. Sie wird in unseren Einrichtungen groß geschrieben.
Die nächste Patientin leidet an
Demenz. Als wir ihr die Medikamente
bringen, fällt der Schülerin auf, dass die
alte Dame sehr dünne Beine hat und auch etwas unsicher geht. Ein Blick auf
die Waage zeigt: Sie hat einige Kilogramm
abgenommen. Wir informieren
telefonisch die Tochter und überlegen,
was man tun könnte, damit die alte
Dame ihr Essen nicht einfach vergisst.
„Als Pflegefachkraft habe ich immer
einen Blick auf die gesamte Pflegesituation
und muss erkennen, wenn
sich ein Gesundheitsrisiko entwickelt“,
erläutere ich Iris. „Wir rufen auch gleich
noch den Hausarzt an, damit auch er
Bescheid weiß.“ Die Zusammenarbeit
zwischen Arzt und Pflege als „therapeutisches
Tandem“ ist für die sichere
ambulante Betreuung von Menschen
mit Demenz besonders wichtig.
„Ganz schön viel Verantwortung“,
meint Iris dazu. „Stimmt – und genau
dafür brauchst du eine gute Ausbildung“, entgegne ich ihr. „Dann
kannst du dein Wissen nutzen, um
angemessen zu pflegen und auch
dazu, andere Hilfen zu organisieren,
wie zum Beispiel ehrenamtliche
Betreuung, Essen auf Rädern,
Wohnberatung, Kinästhetik und
vieles mehr.“
Mit einer guten Ausbildung lässt
sich die verantwortungsvolle und
herausfordernde Arbeit in der häuslichen
Pflege bewältigen. Dafür
brauchen wir engagierte Nachwuchskräfte.
Pflege macht Sinn, bringt Spaß –
und einen sicheren Arbeitsplatz!
Kirchliche Sozialstation Stephanus e.V., Hindenburgstraße 38 a, 79331 Teningen Tel. 07641 - 14 84, Fax 07641 - 5 57 07, E-Mail: info@sst-teningen.de |